|
|
gestern bin ich mit meinem fahrrad über die alpen geflogen... da hab ich in den wolken verirrte
irrlichter gefunden… die hatten sich so schlimm verlaufen, dass sie nicht mehr heimgefunden haben…
ich hab mir dann so viele, wie eben in meine sporttasche gepasst haben, untern arm geklemmt und per
anhalter mitgenommen. ich war echt froh, dass ich mit meiner seifenkiste nicht in ein unwetter
gekommen bin. über den alpen brezelts gerne, wenn es so richtig zum blitzen angefangen hat.
als ich bei kerzenschein, kurz vor mittag, in der mühle angekommen bin, da traf ich tatsächlich noch
meinen vermieter. der hat ja auf meinen singenden goldfisch aufgepasst - voll hart - und er hat
versucht, ihn mit katzenfutter zu füttern. da hat mein kleiner kai gar nimmer aufgehört, mit seiner
arie - ich glaub, ich muss einen neuen plattenspieler kaufen. mein vermieter war total am ende – die
arme fledermaus. naja, ich hab ihm dafür die irrlichter geschenkt. nettes tier, aber die miete erhöht
er sicher nächsten mond trotzdem.
sagte er: „36“, entgegnet sie: „ne, auf 42, oder ich zieh aus!“ er: „36!“
„naja, dann zieh ich eben aus … es ist mir einfach zuviel!“ da ruft er: „tschüssi!“
ja, so wird man rausgeschmissen. er hat bestimmt schon einen neuen wohnungsversitzer und wollte mich
nur rein lassen. ich werd sicher hinterm regenbogen eine schönere badewanne finden. aber die mühle
wird mir fehlen. da konnte ich meine sommergrippe besser in schach halten.
so zog ich in die nächstbeste gieskanne, in das land, in dem saft von sonnengereiften kühen und eier
von glücklichen bienen fließen und sonne nie hinter wolken verschwindet. ich kaufte mir 'ne
kellerassel.
eines tages, als ich so in meinem karusell schlief und mich wieder auf den kopf drehte, da hörte ich
einen geruch. ich wusste nicht genau, was es war, darum schlief ich schnell weiter. ich träumte vom
sommer und fror.
also stand ich auf und holte mir einen caipirinha. ich schnitt die kokosnüsse auf und belegte mir
ein stück marmelade. ich biss herzhaft hinein und krümelte in mein getränk.
ich freute mich, denn die sonne malte einen wunderschönen regenbogen auf den boden. aber es machte
mich sehr traurig, als er verblasste.
es wurde heller und so machte ich das licht an. ich ging ins wohnzimmer, duschte im fernseher und
putzte mir die zähnchen.
als ich mir die haare fertig gebürstet hatte, legte ich den fön zurück ins aquarium und pfiff vor
mich hin. aus dem radio trällerte mir das neuste gedicht von paris hilton entgegen. es war ein
perfekter tag zum spaghetti stricken und autos ernten. davor legte ich mich aber noch etwas auf den
teich und hörte dem gras beim wachsen zu.
der wind streichelte mein nacktes t-shirt und erzählte mir von morgen. schließlich strickte ich im
schaukelstuhl 'ne kanne voll nudeln und machte mich auf, um die grünen autos zu pflücken. im prallen
mondschein sammelte ich 3 fässer voll und kochte daraus die soße zu den nudeln.
als meine zwölfundzwanzigeinhalb kinder heim kamen, aßen sie alles auf – irgendwann fressen mir die
rabauken noch die haare von der hüfte. ich selber goss mir ein glas erbsen aus, seufzte und verrieb
es gierig. Später, am frühen morgen, wollte ich noch tanzen, vor trauer, um das schöne
festessen – ohne braten und wein.
mein mann brachte mir 2 tiere mit heim, die wir für das fest am wochenende schlachten und lackieren
wollten. ich entschied mich dann aber doch für das marzipanschwein im terrarium meiner tochter. das
war schließlich sowieso schon älter als der weihnachtsmann.
es begann zu schneien – das fand ich etwas erstaunlich, so mitten im winter – aber ich lies es
geschehen und wehrte mich nicht. der wetterfee werd ich was husten, wenn ich deswegen einen schnupfen
bekomm'. so wischte ich die wiese ab, putzte ihr die ohren und puderte ihr das näschen.
gegen mitternacht kam tante käte, auf ihrem knallgrauen herrenrad, die straße entlangetorkelt. ich
rief laut: „arruh!“ und „ollah“. sie kam gerade von ihrer reise vom zonaamas zurück und fuhr mal
wieder rückverkehrt. sie hatte ihre gringodielsamttasche und das quietschschwarze krinkophon
dabei.
als sie mich herzhaft mit einem „netug gat“ angenossen hatte, schüttelte sie mir das haar um den fuß
und biss herzhaft hinein. heiliges kanonenrohr - warum tut die alte stinkmorchel das nie? ich hatte
ja schon immer meine befürchtungen, dass mein vater ein wehrwolf war, aber von einer elfe wurde ich
noch nie geküsst. ich fand das alles ganz und gar nicht sonderbar, schüttelte den kopf und wunderte
mich.
da entdeckte ich plötzlich ein kanienchen, das hoppelte in meinem schlafzimmer schon seit jahren im
kreis. ich schrie es an, aus welchem korb es denn so plötzlich und unerwartet gefallen sei und es
bestätigte mir meine vermutung mit einem knappen: „ja, ich bin schon immer hier, aber was haben sie
hier zu suchen?“
also biss ich ihm den kopf ab und verspeiste es. da soll noch einer zu mir sagen, ICH sei so hohl,
wie ein schoko.-häschen.
[…]
|
|