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Die Wissenschaft hat uns gelehrt, dass die Sonne das Wasser erwärmt, dieses verdunstet, der
Wasserdampf in höhere Luftschichten aufsteigt und in Form von Regen wieder zurück auf die
Erde fällt - oder in anderer, in, zum Beispiel, gefrorenem Aggregatzustand. Etwa als
Hagelkörner, die nieder prasseln und so manches Mal für wirklich schlimme und schlimmste
Schäden verantwortlich sind.
Es geht aber natürlich auch ganz anders, sehr viel sanfter und überaus romantisch - etwaige
Verkehrsteilnehmer mögen mir diese Einschätzung nachsehen - nämlich in Form dieser weichen,
kühlen, wunderschönen und einzigartigen Schneeflocken, diesen Kristallen, welche die
Jahreszeit Winter erst wirklich zum echten, zum gefühlten, zum ersichtlichen, zum
phantastischen Winter machen.
In wenigen Stunden verwandelt sich dann das Land, legt ihr weißes Gewandt an. Eine neue Welt
entsteht, eine Welt aus Legenden und Sagen, aus Erzählungen, aus Phantasien und aus Märchen
- eine Zauberwelt.
In dieser etwas anderen Welt hat die Wissenschaft nicht das Zepter in ihren gewaltigen,
groben Händen. Pranken, aus Logik und Forschung geformt, das Gewissen bisweilen verschlungen
von Geltungssucht und Unvernunft - selbst einstmals hehre Ziele verdrängt von dem Streben
nach Macht.
In dieser anderen Welt aber, da gibt es noch Raum - Raum zum Atmen, zum Träumen am Kamin,
wenn ein Holzscheit in ihm knistert, das Feuer eine wohlige Wärme in den ganze Raum
ausstrahlt. Wenn der Mensch sich in eine warme Decke kuschelt und nippend sein wärmendes
Lieblingsgetränk, mit vorsichtigen Schlucken, aus einem großen, dampfenden Becher trinkt.
Der Wind saust und heult um das Haus. Der alte Geselle hat bereits vieles gesehen, viel
erlebt und hört das Menschenkind einmal genau hin, hört das Knarren der alten Holzbalken,
das Pfeifen im Mauerwerk, hört seine Schritte, hört sein Greifen und Zupacken im Gebälk und
an den Dachfirsten - hört es auch schon bald, was der ewige Wanderer zu erzählen hat. Und er
hat viel zu erzählen.
Am Besten hört man es in den Nächten, diesen magischen Nächten in dieser weißen Zauberwelt,
da versteht das Menschenkind, was der Wind erzählt - versteht die alten Geschichten,
Geschichten aus längst vergangenen Zeiten und aber auch andere, die aktuelleren Datums
sind!
Eine solche Geschichte möchte ich nun hier zum Besten geben.
Es ist eine Erzählung, unbestimmt die Zeit, unbestimmt die Herkunft.
Es ist, wie dieser Prolog es vielleicht schon erahnen lässt, eine Erzählung, welche der
Wind mir zugetragen hat. Er flüsterte sie mir ins Ohr, ganz ohne Hast, hat er doch scheinbar
unendlich viel von diesem definierten Etwas, das wir Zeit nennen.
Doch er flüsterte, erst nur ein leises Säuseln, dann lauter und lauter, bis eine deutlich
hörbare, leise, alte Stimme erzählte. Sie erzählte mir die Geschichte vom ...
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