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von Dirk Weige

 
     
 
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In den Zeiten der Geburt, wenn der Feuerball nicht mehr so intensiv strahlte und auch nicht mehr so lange Zeit am Himmel stand05, wie zu den Zeiten des Zerfließens06 oder gar zur Zeit der langen Trennung07 kamen die Riesen auf diesem Platz zusammen, bauten Holzhäuschen, entzündeten viele tausend Lichter, sangen, spielten und vergnügten sich auf manch wunderliche Weise.
Keily überlegte kurz, wie der weise Lehrer Weißspitz es doch noch gleich benannt hatte. Eines dieser Fest hieß Weih-... Weihnach-... Weihnachts..., ach ja, Weihnachtsmarkt. Mal waren diese Weihnachtsmärkte bereits da, wenn die ersten Schneeflocken auf die Erde kamen und manchmal wurden sie erst errichtet. Wobei, in der letzten Zeit, hatte der Lehrer gemeint, hätten die Riesen wohl ihre heiligen Rituale zeitlich verlängert, denn die Weihnachtsmärkte wären wohl nun schon längst errichtet, bevor eine neue Generation Schneeflocken auf die Erde geschickt wurde.
Es war wohl für die Riesen dort, ebenso eine besondere Zeit, wie diese für die Schneeflocken besonders war. Keily meinte sich auch zu erinnern, dass der alte Weißspitz auch etwas von einer Geburt erwähnt hatte, welche die Riesen an einem besonderen Tage gedachten. Dieser Tag war auch wohl schon bald wieder. Doch so genau wusste der junge Prinz es dann aber doch nicht.
„Großvater, ich möchte dir für alles danken und hoffe, mich würdig zu erweisen!“
„Das höre ich gern, Keily! Ich bin mir sicher, dass du das Beste geben wirst. Schließlich heißt es ein Königreich zu errichten und zu regieren – noch dazu, ein sehr großes und mächtiges Reich. Es wird an dir sein, Keily, dies zu schaffen, zu erhalten und zu leiten. Wahrlich, keine leichte Aufgabe, Sohn meines Sohnes!“
„Ich werde es schaffen, Großvater!“
Gütig schaute Großvater Wind seinem Enkel in die klaren Augen. Fast unmerklich nickte er zustimmend und entließ den jungen Prinzen in seine nun unweigerlich folgenden Pflichten. Keily verbeugte sich, wie es das Zeremoniell vor schrieb, wandte sich um und begab sich umgehend zu den Schleusen.
Gevatter Wind sah hinter den entschwindenden Schneeflockenprinzen her und mochte wohl daran gedacht haben, ob die Ausbildung seines Enkels der Aufgabe, die ihm nun erwartete, gerecht wurde. Schließlich war Keily aus dem Gesichtsfeld seines Großvaters entschwunden und der mächtige Herrscher der Winde widmete sich wieder seiner immer währenden Aufgaben.

05 - Zweite Herbsthälfte und Winter
06 - Frühling
07 - Sommer und erste Herbsthälfte

[...]

 
 

Weihnachtserzählung, ca. 44 Seiten DIN-A4.
Geschrieben in Berlin/Deutschland.

In ungekürzter Länge zu hören im Podcast
„Autorenlesung auf diweli.de“ (Aad.),
in den Folgen 25 bis 27.
 


 

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