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Während er auf dem Bett liegt und die Zimmerdecke hasserfüllt anstarrt, weiß
er genau, dass sie jetzt zu ihr nach Hause kommen.
Sie wanken, haben sich betrunken, gefeiert.
Es wird hell. Eine farb- und lustlose Sonne beginnt gelangweilt seine Decke zu beleuchten -
vielmehr zu befunzeln, wenn es so ein Wort gibt.
Arm in Arm stützen sich die Beiden aufeinander und fallen fast hin, vor Lachen und voll
Alkohol. Sie hat bestimmt schon auf dem Heimweg das erste Mal gekotzt. Vermutlich auf dem
kleinen, von Kötern verschissenen Grünstreifen, der das Parkverbotsschild auf der
Ecke einrahmt. Es wäre nicht das erste Mal, aber das erste Mal für heute.
Oben in ihrer Wohnung steckt sie sich den Finger in den Hals und kotzt sich auch noch den Rest
ihres versoffenen Abends aus dem Hals, ohne dabei merklich nüchterner zu werden. Steht der
Typ neben ihr und tätschelt ihren Rücken? Oder muss er draußen bleiben, weil sie
sich vor ihm noch ein letztes bisschen Schamgefühl bewahrt hat?
Er selbst hatte immer dabei sein dürfen, ... müssen. Sie waren vertraut miteinander
gewesen. Vertraut mit allen Körpersäften des anderen.
Spätestens jetzt muss der Typ auch kotzen. Der Typ, den sie statt seiner mitgenommen hat.
Geschieht ihm ganz recht. Dieses beängstigende Gefühl, das einem die Kehle blockiert,
wenn die Brocken und säurescharfen Säfte nach oben steigen.
Manche sagen ja, es befreie und man fühle sich danach erheblich besser. Er fand es immer nur
widerlich und beängstigend. Niemals gab er gerne her, was er einmal hatte.
In Gedanken sieht er sie vor sich, wie sie vor ihrem beleuchteten Spiegelschränkchen steht
und ihre Haare aus dem kalt schweißigen Gesicht streicht und sich vor sich selbst zu ekeln
beginnt. Sie wird sich die Zähne putzen wollen.
Das bleiche Gesicht des Mannes erscheint hinter ihr im Spiegel, auch er sieht mitgenommen aus.
Glasige Augen, zerstörte Gelfrisur und Schweiß auf der Stirn.
Sie betrachtet erst ihn, dann ihre Zahnbürste in dem kleinen weißen Becher im
Badezimmerschrank. Morgen früh wird es sie ekeln vor ihr, wenn sie ihre Bürste sich
jetzt in ihren übelriechenden, verkotzten Mund steckt.
Ihre Augen treffen die seinen im Spiegel. "Weißt du was?", sagt sie mit einem
schelmischen Grinsen und öffnet die linke Seitentür des Schränkchen: "wir nehmen
einfach die Zahnbürste von meinem Ex.!" Spricht es und packt die kleine rote Bürste an
dem Schwingkopf, der keiner Tomate etwas zuleide tun kann.
In glücklicheren Zeiten durften diese Borsten seine Zähne putzen, als sein Mund noch nach
ihren Küssen und ihrem Schoß geschmeckt hat.
Dann stecken sich die feixenden, torkelnden und kichernden Schweine sein Bürstchen in die
stinkenden Mäuler und pulen sich damit die Kotzebröckchen aus den Zähnen.
Nie wieder wird er so einen unschuldigen, kleinen Hygieneartikel einem solch grausigen Schicksal
überlassen. Nie wieder, schwor er und schloss endlich die Augen.
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